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18. April 2026 - 21. Mai 2026

2026 Italien

Gesamtstrecke: 4214 km



Ziele:

#Lucca #Arezzo #Toskana #Pienza #Paestum #Siena #Como #Ravensburg #Erbach

Lucca

Arazzo

Val d'Orcia srl

Pienza

Paestum

Siena

Como

Ravensburg

Erbach/Michelstadt

Übernachtung: FreiStehen, Campingplatz, Wohnmobilstellplatz

Wwohnmobilstellplatz:

St. Nazairer Allee

66740 Saarlouis















Wohnmobilstellplatz:

Grüttweg 8

79539 Lörrach


Wohnmobilstellplatz:

Viale Aldo Moro, 44-46

22100 Como- Italien

Wohnmobilstellplatz:

Via del Tiro a Segno, 704,

55100 Lucca - Italien















Wohnmobilstellplatz:

Area sosta camper

52100 Arezzo-  Italien


Campingplatz:

Campeggio Il Treccolo,SP14, 5,

53024 San Giovanni d'Asso SI- Italien





Wohnmobilstellplatz:

Carthago Wohnmobil Stellplatz

Carthago-Ring 1, 88326 Aulendorf












Wohnmobilstellplatz:

Wohnmobilstellplatz Erbach

An d. Stadtwiese 4, 64711 Erbach











Wohnmobilstellplatz:

Area Sosta Camper

Via Mario Mencatelli, 40

53026 Pienza SI, Italien

FreiStehen: Gewerbegebiet:

Via Affile, 68

00131 Roma RM

Italien


Campingplatz:

Camping Villaggio dei Pini

Via Urano, 10, 84063 Licinella-Torre di Paestum SA, Italien

FreiStehen:

Großer Parkplatz,Parcheggio Camper Siena

Str. del Tiro A Segno - Italien













FreiStehen:

Ippocastano

Viale Aldo Moro, 44-46, 22100 Como  Italien

Wohnmobilstellplatz:

Wohnmobil-Standplatz an der Wutach

Parkplatz, Bündtenweg 20, 79787 Lauchringen














Diese Reise planten wir bereits während unserer Spanienreise im Winter. Da dort zu dieser Jahreszeit kein Strandurlaub möglich war, wollten wir dies im Frühjahr nachholen.

Häufiger hörten wir von Eva und Frank, wie toll es auf und am Campingplatz "Marina di Venezia Camping Village" in Italien ist, deshalb wurde dieser unser primäre Ziel.

Da Venedig im nördlichen Italien liegt, kam uns die Idee, auch noch einmal in die Toskana zu fahren. In 2011 waren wir bereits in Florenz, Pisa, Chianti und Parma. Lecca, Azerro, Siena und Pienza sind Städte, die wir noch nicht kannten.

Das wollten wir ändern.

Rund 2 Monate nach unserer Spanientour starteten wir am Samstag, den 18. April nach unserem späten Frühstück. Diese Tour begann mit einem Tankstopp in Luxemburg. Durch den USA-Iran-Krieg verteuerte sich der Diesel bei uns auf über 2,35 Euro. Da der Diesel in Luxemburg "nur" 1,79 Euro kostete lohnte sich der kleine Umweg und so tankten wir dort knapp 120 Liter. Das sollte bis nach Italien reichen.

Unweit der Grenze zu Luxemburg übernachteten wir in Saarlouis auf einem Wohnmobilstellplatz und erlebten unser erstes negative Ereignis dieser Tour. Wir hatten kaum schlafen können. Nicht weil es zu laut war, nein, wir schliefen bzw. versuchten auf einem Brett zu schlafen:



Wir gönnten uns neue Matratzen, die wir laber eider vor der Tour nicht probe geschlafen hatten. Die neuen Matratzen waren steinhart, zumindest kam uns dies so vor. Da hat man uns wohl die falschen Matratzen geliefert - Härtegrad 5 statt 2!

Am nächsten Morgen suchten wir per App div. Matratzengeschäfte in der Umgebung, denn wir wollten 2 Matratzentopper kaufen. Wir waren sogar in einem IKEA - zum 2. Mal in unserem Leben - aber nirgendwo fanden wir passende Topper.

Nach rund 2 Stunden Toppersuche gaben wir auf und Petra hatte für sich eine Notlösung erdacht: Wir hatten noch unsere doppelten Steppbetten. Die teilten wir und Petra legte sich beide Teile auf ihre Steinmatratze. Für mich gab es dann keine Lösung und so versuchte ich mich an das Brett im Bett zu gewöhnen.

Nach einigen Tagen ging es aber auch…

Durch die Toppersuche kamen wir erst am frühen Abend auf dem Wohnmobilstellplatz in Lörrach an. Petra hat dann noch ein wenig gekocht während ich ein wenig in der Gegend gelaufen bin.

Dann Mittagessen, ein wenig fernsehen und dann gegen 1 Uhr aufs Brett…

Am nächsten Tag fuhren wir dann durch die Alpen. Am Gotthardtunnel hatten wir Glück, nur rund 30 Minuten dauerte die Wartezeit. Es gab unterwegs unzählige schöne Stellen die sich bestens für einen Fotostopp eigneten.

Leider konnten wir nicht überall anhalten…

Als ersten Übernachtungsstopp hatten wir uns die Stadt Como ausgesucht. Dort gab es einen zentrumsnahen Wohnmobilstellplatz. Allerdings verfügte er nur über 5 Stellplätze auf einem großen PKW Parkplatz. Wir hatten aber Glück, 2 Plätze waren gegen 16 Uhr noch frei.

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr war der Platz kostenlos, ich bezahlte brav bis 11 Uhr. Die Nacht war ruhig.


Am nächsten Morgen ging es dann ausgeruht und gestärkt weiter.

Unser erstes Ziel in der Toskana war dann die Stadt Lucca, rund 330 Kilometer entfernt.

In unseren Reiseführern wurde besonders die schöne Altstadt und die fast vollständig erhaltene und begehbare Stadtmauer erwähnt. Da die Stadtmauer rund 30m breit war, kam es uns gar nicht so vor, als das wir auf einer Mauer gingen. Hier oben waren breite Wege, Bäume und kleine Cafe´s. Nur wenn man zum Rand ging und dort hinunter blickte, sah man die Steinwände…

Hinein in die Altstadt

Das 1. Italienische Eis in Italien

In der Altstadt fanden wir viele Kirchen.

Natürlich haben wir auch einige von Innen besichtigt. Besonders gefiel uns die große Kathedrale "San Martino"

Am nächsten Tag mussten wir nur rund 150 Kilometer bis zu unserem nächsten geplanten Ziel fahren. Arezzo ist wie Lucca eine Stadt in der Toskana mit einer sehenswerten Altstadt.

Als wir nach rund 3 Stunden über Landstraßen auf dem Wohnmobilstellplatz ankamen, mussten wir feststellen, dass wir die einzigen Wohnmobilisten dort waren. So hatten wir die freie Stellplatzauswahl… Kurz nach uns trudelte dann doch noch ein Wohnmobil ein, allerdings war es nach einigen Stunden schon wieder verschwunden.

Da wir schon am frühen Mittag dort waren, hatten wir viel Zeit zur Stadtbesichtigung. Nach rund 10 Minuten waren wir bereits vom Stellplatz am Rand der Altstadt. Anders als in Lucca lag hier in Arezzo die Altstadt auf einem Hügel, sodass es zunächst immer ein wenig und ein wenig mehr bergauf ging.

Bis zum Zentrum der Altstadt das sich ganz oben auf dem Hügel befand, mussten wir noch etliche Meter laufen. Aber als wir oben ankamen, wurden wir mit einer tollen Aussicht auf die Umgebung belohnt. Hier oben gab es hinter der höchstgelegenen Kirche eine große Parkanlage. Eine Pause hatten wir nun verdient.

Das Bier schmeckte mir sogar…

Danach konnte es gestärkt und ausgeruht weitergehen.

Danach ging es ZickZack durch andere Altstadtstraßen wieder nach unten zum Piazza Grande. Am Rande des großen Platzes gab es unzählige Restaurants. Da es inzwischen schon Zeit für unser Abendessen war, suchten wir uns einen sonnigen Tisch und bestellten eine weitere leckere italienische Pizza.

Am nächsten Tag fuhren wir dann endlich in das Herzstück der Toskana.

In der Umgebung bei dem Ort "Val d'Orcia" soll es Postkartenmotive ohne Ende geben. Die Gegend ist bekannt für atemberaubende Aussichtspunkte, Panoramastraßen, Zypressenalleen und kleine, mittelalterliche Dörfer und gehört zum UNESO Weltnaturerbe.

In rund 10 Kilometer Entfernung fand unsere App einen, den einzigen Campingplatz in der Umgebung. Glück hatten wir und bekamen eine schöne Parzelle am Äußeren Rand des Geländes. Hier wollten wir nun ein paar Tage bleiben und täglich mit den Fahrrädern die Gegend erkunden.

An Tag 1 radelten wir in südlicher Richtung und fanden bereits die ersten Postkartenmotive.

Auch der 2. Tag bescherte uns tolle Landschaften, diesesmal in Richtung Osten. Ziel war eigentlich das Städtchen Pienza.

So fuhren wir auf den Landstraßen und zwischendurch über kleinere Wege. Pienza war leider doch zu weit entfernt für uns.

Allerdings war es bis nach Pienza dann doch noch zu weit entfernt. So beschlossen wir, einfach am nächsten Tag mit dem Wohnmobil dort hin zu fahren.

Oben gab es im Zentrum am Rand der Altstadt sogar einen Wohnmobilstellplatz. Einer war noch frei…und so quetschten wir unseren Duo dort hinein. Am Abend wurde dann der Platz rechts neben uns frei, sodass ich unser Wohnmobil rasch umsetzten konnte. So musste ich mir keine Gedanken darüber machen, wie ich am nächsten Morgen herausfahren kann, falls in der Reihe vor uns wieder alles voller PKW´s steht…

Ich brauchte dann einfach nur gerade aus fahren…

Pienza, hat wirklich eine wunderschöne Altstadt, die zu Recht zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Nach einer ruhigen Nacht starteten wir zu unserem nächsten Ziel: Siena, eine große Stadt mit einer großen mittelalterlichen Altstadt. Unser Navi meldete uns eine Entfernung von nur 50 Kilometern, sodass wir in einer guten Stunde dort auf dem Wohnmobilstellplatz sein sollten. Waren wir aber nicht - wir kamen niemals auf diesen Stellplatz an.

Ein Katastrophentag.


Es war der 28. April 2026. Wir sind mit dem Wohnmobil - wie immer nach dem späten Frühstück - von Arezzo nach Siena gefahren. Siena ist ebenfalls eine große Stadt mit einer schönen Altstadt, die auf einem Hügel in der Toskana liegt.

Nach rund einer Stunde waren wir dort.

Unser Navigationsgerät kennt alle wichtigen Maße unseres Wohnmobils: 4,8 Tonnen, 3,10m Höhe, 2,38m Breite und 7,98m Länge.


Als Ziel hatte ich den Wohnmobilstellplatz am Rande der City von Siena eingegeben.

Von dort aus führen Rolltreppen und auch ein Aufzug in die Altstadt.

Nach einiger Zeit erreichten wir eines der großen Altstadttore. Das Navi zeigte uns den Weg, der auch durch dieses Tor führte.


Davor befand sich ein Schild, dass die Einfahrt für Fahrzeuge über 6 Tonnen Gewicht verbot.

Prima, dachte ich, da wir ja nur 4,8 Tonnen wogen und die Straße sogar für 2 LKWs nebeneinander, breit genug war können wir hier durchfahren.


Also hinein und die restlichen 1,5 Kilometer weiterfahren.

Aber, alle Straßen waren Einbahnstraßen!

Die ersten 300-400m blieb die Straße auch so breit. Dann kam eine Kurve und die Straße wurde schmaler.

Auch egal, Platz war noch genug.

Nach den nächsten drei Kurven befanden wir uns auf dem Marktplatz.

Hier standen auch einige Kleinlastwagen, also alles in Ordnung.

Unser Navi zeigte an, dass wir in die nächste Straße nach links einfahren sollten.  

Dass ging aber nicht!

An der Einfahrt stand ein Verbotsschild für Fahrzeuge die länger als 7m sind.

Unser Duo ist aber 8m lang!

Was nun!

So schauten wir uns nach einer anderen Möglichkeit um.

Es gab keine!

Alle anderen Straßen waren ja Einbahnstraßen und führten ZUM Marktplatz!

Nur diese eine Straße führte vom Marktplatz fort.

Na gut, dachten wir, wenn 7m Fahrzeuge dort fahren können und dürfen, dann sollte es mit 8 m wohl auch gehen, zumal bei der Einfahrt am Altstadttor kein Hinweis auf eine Maximallänge von 7m stand.

Die Straße führte uns rund 150m abwärts.

Und dann standen wir vor einem Haus bzw. Tor. Zuerst erkannten wir nicht, dass sich neben dem Haus die eigentliche Straße befindet.

Hier war sie höchstens 2,5m breit - also soeben für uns zu durchfahren.

Nur, wir konnten nicht erkennen, wie es in der Gasse zwischen den Häusern weitergeht.


Also habe ich das WoMo vor dem Haus abgestellt und bin in die dunkle Gasse gelaufen. Nach rund 100m kam eine Linkskurve!

Eine fast 90 Grad Linkskurve und dann direkt eine fast 90 Grad Rechtskurve!


Die konnte ich niemals ohne Schaden am Wohnmobil durchfahren.


8 Meter sind doch keine 7 Meter…!



Gelbe Linie: die zu fahrende Strecke


Roter Kreis: die beiden Kurven

Was nun?

Wir steckten fest. Es war ja eine Einbahnstraße und oben am Marktplatz waren auch nur Einbahnstraßen.

Wir steckten richtig fest und es kamen immer mehr Autos und Kleinlaster hinter uns.

Die Autos hupten und die Fahrer maulten.

So verging die erste halbe Stunde.


Dann kam zufällig ein Streifenwagen der Carabinieri vorbei. Die Polizisten hielten an, stiegen aus und wir erklärten denen unsere Situation. Nachdem sie verstanden hatten (zwischenzeitlich hatte ich dies in meinem Handy kurz aufgeschrieben und dann ins italienische übersetzt), erklärten sie, dass sie nicht zuständig wären. Stattdessen informierten sie ihre Kollegen der lokalen Polizia.

So sollten wir warten, es würde etwa 10 Minuten dauern.

Es dauerte aber gute 30 Minuten. Zwischendurch kamen auch etwas breitere Fahrzeuge, sodass hier niemand mehr vorbeifahren konnte. Ebenso waren auch die Autofahrer hinter uns nicht bereit, einige Meter zurückzufahren, damit ich etwas seitlicher fahren konnte sodass andere Fahrzeuge an uns vorbeifahren können.

Das Gehupe und Geschimpfe wurden mehr.

Endlich kamen dann zwei Polizeibeamte und ruckzuck fuhren die Autofahrer auf Anweisung der Beamten rückwärts, sodass ich das Wohnmobil etwas mehr zum Straßenrand fahren konnte.

Nun passten die meisten Fahrzeuge an uns vorbei und es kehrte erst einmal Ruhe ein. Auch diesen beiden Beamten zeigte ich meinen übersetzten Text und bat um Hilfe.


Danach erhielt ich eine Belehrung und die Ankündigung eines Bußgeldes, da ich diese Straße nicht hätte befahren dürfen.

Aber wo hätte ich denn sonst fahren können, es waren ja vom Marktplatz aus alles nur Einbahnstraßen.

Soll ich dort dem Verkehr entgegenfahren?


Ich schwieg besser und sagte den Beamten, dass ich die Strafe akzeptieren würde.Darauf sagten sie - immer durch eine Übersetzungsapp - dass sie nun ab dem Marktplatz keine Autos mehr in diese Straße fahren lassen würden. So könnte ich erst einmal weiter rückwärts bis zum Marktplatz rauffahren. Dort oben sollte ich dann erst einmal stehen bleiben und dann würde man weitersehen.

Als nun kein Auto mehr hinter uns stand, konnte ich endlich damit beginnen weiter rückwärts den Berg hinaufzufahren. Petra ging vor und half beim Rangieren, denn es gab Kurven, in die Fahrbahn hineinragende Treppenstufen und auf beiden Seiten immer wieder parkende Autos.

Ich wollte also dort rückwärts hoch, nur mein Wohnmobil wollte nicht.

Sobald ich langsamer als etwa Schritttempo fuhr, blockierten die Bremsen. Das WoMo rumpelte und stotterte nur noch und kam so nur im Schneckentempo weiter. Dazu wurde im Display eine rote Warnung mit einem Bremsensymbol angezeigt und eine Meldung informierte mich, dass ich die Bremsen kontrollieren sollte.

Dass alles musste ich ignorieren.

So gab ich immer etwas mehr Gas und das Gerumpel hörte auf. Das machte ich etliche Male. Inzwischen stank es überall nach den heißen Bremsen!

Egal, wir mussten nun mal wieder hoch und nach gefühlten 20 Minuten standen wir stinkend auf dem Marktplatz.

Brav folgte ich den Anweisungen der Polizisten und stellte das WoMo an der angezeigten Stelle ab.

Dann begann eine sehr ausführliche und gewissenhafte Bürokratie.

3 Formulare wurden ausgefüllt.

Ob die Beamten einen Spielraum bei der Festsetzung meiner Strafe hatten, weiß ich nicht. Ich wusste nur, dass die Strafen in Italien um ein Vielfaches höher sind als in Deutschland.

Dann kam die Zeit der Abrechnung. Ich musste meine Kreditkarte nur mit 58,10 Euro belasten, denn Bargeld wollten sie nicht annehmen. Das war günstig.

Nun hatte ich meine Strafe, aber ich stand mit dem WoMo noch immer auf dem Marktplatz.

Wie sollte es weitergehen?

Dann bekam ich eine weitere Übersetzung zu lesen.

Andere Beamte würden unten am Beginn der Altstadt einige der Einbahnstraßen für den Autoverkehr sperren, sodass ich diese Straßen entgegen der normalen Fahrrichtung befahren kann.

Meine beiden Polizeibeamten würden mich bis unten begleiten.

So lief einer der Beamten immer rund 30m vor und der zweite Beamte unmittelbar vor unserem Wohnmobil und gab mir Anweisungen. Der erste Polizist hatte ständig mit diversen Rollerfahrern zu kämpfen die sich wohl nicht an die Sperrung gehalten hatten. Er war auch ständig mit seinem Funkgerät mit den weiter unten sperrenden Kollegen verbunden.

So fuhren wir etwa 5 Minuten durch verschiedene Straßen verkehrt herum nach unten.

Erleichtert erreichten wir die Eingangsstraße und verabschiedeten uns von den eigentlich netten und freundlichen Polizeibeamten die Ihrerseits den Daumen hoch zeigten und dabei lächelten.

Dann rasch durch das Eingangstor hinaus in die Freiheit. Mit stinkenden und mit Sicherheit heiß gefahrenen Bremsen fuhren wir einfach ohne Navi los und wollten nur raus aus dieser Stadt.

Noch einmal zum Verständnis: Ich habe das Bußgeld nicht für die Einfahrt und Durchfahrt durch die Altstadt zum Marktplatz erhalten, sondern dafür, dass ich verbotenerweise in die für über 7 Meter lange Fahrzeuge gesperrte Straße gefahren bin. Es gab aber keinen anderen Weg!


Am Eingang der Altstadt hätte zusätzlich zum 6 Tonnen Verbot auch ein Schild mit einem Verbot für über 7 Meter lange Fahrzeuge stehen müssen!


Nach wenigen Minuten wurde es auch etwas weniger städtisch und plötzlich sahen wir sogar den Wohnmobilstellplatz. Leider war es schon zu spät, wir waren bereits an dessen Einfahrt vorbei.

Also sind wir bis zum nächsten Kreisverkehr gefahren, um dann zurück zum Stellplatz zu fahren.

Dann passierte es: Das WoMo schaltete mehrmals vom 2. Gang in den Leerlauf, sodass der Motor aufheulte.

Als wir auf dem Stellplatz ankamen und standen, bemerkten wir, dass der Geruch der heißen Bremsen noch immer vorhanden war.

Dazu kam dieses eigenartige Verhalten des Getriebes.

Was ist durch das ruckelnde bremsende rückwärtsfahren kaputt gegangen?

Eigentlich wollten wir trotz der 2 Stunden Odyssee noch in die Altstadt hoch.

Petra wollte aber nicht und auch ich war unsicher, ob wir nicht doch noch einen größeren Schaden am Wohnmobil haben.

Sie wollte Gewissheit und ich eigentlich auch. Also Nix nach oben, sondern stattdessen auf zur Autobahn und ab in den Süden. Unser nächstes Ziel sollte die Stadt Paestum, etwa 100 Kilometer südlich von Neapel sein.

So fuhren wir rund 200 Kilometer, ganz ohne Probleme. Bis nach Paestum schafften wir es eh nicht mehr und so verließen wir die Autobahn um nach einem passenden Übernachtungsplatz zu suchen. Dabei half uns die Park4night App. Ein passender Platz war nur rund 10 Kilometer entfernt. Also los. Leider führte uns die Strecke durch eine stark hügelige und waldige Landschaft. Als wir geschafft am Übernachtungsplatz ankamen, war dieser durch ein Tor verschlossen.

Das war wohl nix.

Also sind wir den Schildern, die zu einer Autostrada führen sollte, einfach gefolgt.

Immer durch Wälder auf kleinen Bergstraßen.

Wieder war eine Stunde vergangen und es begann die Dämmerung. Rauf auf die Autobahn und dann die nächste Ausfahrt wieder raus, um nach einem anderen Parkplatz zu suchen.

Es gab nicht viele Ausfahrten von der Autobahn - etwa alle 15 bis 20 Kilometer kam eine.

Als wir uns der ersten Ausfahrt näherten, mussten wir feststellen, dass dies die Ausfahrt war, die wir zuvor benutzt hatten, …

Da wollten wir nicht noch einmal raus.

Am nächsten Tag nach unserem späten Frühstück ging es weiter.

Es waren noch etwa 150 Kilometer zu fahren.

In Paestum fuhren wir direkt zu dem von mir zu Hause ausgesuchten Campingplatz. Er lag an der gut zu Fuß zu erreichende Stadt und direkt an einem schönen Sandstrand.

Also bin ich rasch durch das Eingangstor auf den großen Rasenvorplatz gefahren. Ich konnte erkennen, dass es noch sehr viele freie Plätze gab. Glück gehabt.

Der Betreiber kam auch direkt auf uns zu. Was er uns dann erzählte, wollte und konnte ich nicht glauben. Er sagte, dass er nur für eine Nacht Platz für uns hätte. Alle noch freien Parzellen wären ab morgen reserviert!

(Langes Wochenende durch den Feiertag -1.Mai)    Was nun?

Alternative wäre ein weiterer Campingplatz gleich nebenan sagte uns der Betreiber.

Den Platz hatte ich zu Hause auch gesehen. Nur dieser befand sich auf einem Waldgelände mit Stellplätzen unter hohen Pinienbäumen. Die Parzellen dort waren kreuz und quer angelegt, zwar groß aber nur sehr schwer zu erreichen. Hecken und Bäume mussten mehrfach umfahren werden und die Zufahrtswege waren sehr schmal. Zudem versperrten die Bäume der SAT-Schüssel die Verbindung zum Satelliten.

Da wollte ich eigentlich nicht hin.

Ob dort aber noch etwas frei wäre konnte er uns aber auch nicht sagen.

Klar.

Und warum war es dort überall überhaupt jetzt im Frühjahr schon so voll?

Ganz einfach. Auch in Italien ist der 1. Mai ein Feiertag und da er in diesem Jahr auf einen Freitag fällt nutzen viele oder sogar alle italienischen Camper diese Zeit für ein langes Camper Wochenende.

Also wieder gewendet und rangiert. Dann folgten ein dumpfer Knall und ein Schrei von Petra. Ich hatte beim Rückwärtsfahren eine Laterne umgefahren, die nun auf dem Boden lag. Ja, eine Laterne, die Einzige, die sich mittig auf dem großen Platz befand. Rasch stieg ich aus und gemeinsam mit dem Betreiber schauten wir uns den Schaden an. WoMo hatte nur ein paar schwarze Lackabschürfungen, die sich entfernen ließen. Die Laterne war aus ihrer Bodenverankerung gerissen aber der Leuchtenkörper war noch intakt und lag daneben.

Der Betreiber sagte zunächst nichts, um dann nach einem kurzen Denkprozess ein ok zu sagen. Wir durften fahren, ohne für den Schaden etwas bezahlen zu müssen.

Dann haben wir ruckzuck das Gelände verlassen und waren in weniger als einer Minute am empfohlenen Nachbarcampingplatz.

Wir hatten aber Glück. An der Rezeption sagte man mir, dass sie noch endliche Parzellen frei haben. Ich sollte einfach über das Gelände laufen und mir einen passenden Platz aussuchen.

Das machte ich dann auch und wurde fündig. Alle freien Plätze waren ungefähr gleich groß, so musste ich nur darauf achten, dass die Zufahrt nicht zu eng ist und dass der Platz eine freie Sicht zum Himmel hat.

Also Nix wie rauf auf die Parzelle.

Motor aus und Petra startet die automatische SAT-Anlage.

Nix SAT. Baumkrone im Weg.

Dann haben wir gemeinsam eine andere Parzelle gesucht und gefunden.

Nix wie hin.

Wieder das gleiche Spiel.

Nix SAT. Baumstamm im Weg.

Dann fanden wir eine weitere Parzelle, die eigentlich SAT-Empfang haben müsste.

Dort war aber die Einfahrt durch Hecken sehr beengt. Mir viel rangieren funktionierte es dann und wir waren drin.

Nix SAT. Irgendwas war wohl wieder im Weg. Gut dann bleiben wir hier und bauen unsere mobile SAT-Anlage auf. Die kann man ja flexibel aufstellen.

Ich bin dann zur Rezeption gegangen und habe die Formalitäten erledigt.

Auf dem Rückweg zum WoMo sah ich eine weitere freie Parzelle nahe der Rezeption an der Seite. Die hatte garantiert eine freie Sicht zum Satelliten.

Als ich dies Petra sagte, einigten wir uns sofort und wollten noch ein weiteres Mal die Parzelle wechseln.

Dazu musste ich aber erst diese Parzelle rückwärts verlassen und dass mit einer 90 Grad Wende.

Störend waren nur ein Baum und eine Hecke.

Bei dem Baum passte ich sehr genau auf, denn er war härter und stärker als die Hecke.

Dann rief Petra, die, wie so oft die Einweisung machte, dass ich hinten an die Hecke stoßen würde.

Ich dachte mir, egal, die ist ja flexibel und gibt bestimmt ein wenig nach.

Denkste, da war wohl ein störrischer Ast drin.

Jetzt benötige ich eine neue Heckleuchte!

(Leider gibt es das Glas nicht einzeln, so musste ich später eine vollständige Rückleuchte inkl. aller Innereien kaufen…)

Dennoch sind wir dann bei der vorne am Platz gelegenen Parzelle angekommen und problemlos eingeparkt.

SAT-Anlage wieder gestartet…und wieder Nix und wieder eine Baumkrone im Weg!

Pech gehabt.

Nach rund 30 Minuten war dann aber die Mobile SAT-Anlage aufgebaut und der Fernseher konnte Futter bekommen.

Ein Vorteil dieser Parzelle war aber auch, dass wir nun W-LAN hatten, denn nur im Bereich der Rezeption gab es den Empfang.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Zukunft:

Wenn wir den Campingplatz verlassen, dann brauchen wir nicht mehr rangieren, einfach 10 Meter zurück und dann vorwärts raus.

Rangiert hatten wir an den beiden Tage ja wohl genug….

Also weiter bis zur Nächsten. Nochmals 20 Kilometer weiter. Inzwischen war es dunkel. Dann runter von der Autobahn. Glücklicherweise stand dort ein Schild zu einem Industriegebiet.

Toll, da gibt es meistens passende Parkplätze.

So fuhren wir auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz durch das Gebiet, vorbei an einem großen Logistikzentrum von Amazon.

Kurz darauf fanden wir auch eine passende LKW-Parkbucht.

Zuhause werde ich aber die Bremsanlage überprüfen lassen, zumal im Juni wieder der TÜV ruft (jedes Jahr).

Allerdings, was wir nicht Beachteten war, überall wo Amazon seine Logistikzentren baut, siedeln sich auch viele Paketdienste an.

So wie wir feststellen mussten, gab es wohl auch von GLS in der Nähe ein Logistikcenter. Alle paar Minuten donnerte ein 40 Tonner an uns vorbei… Dennoch schauten wir bis Mitternacht noch in den Fernseher und schlummerten dann ein.

Die vorbei donnernden LKW konnten wir meist ignorieren.

Schlafen können wir bestens und überall.

Gottseidank.

Während der gesamten Fahrt machte unser Wohnmobil keinerlei Probleme und hatte

auch keinerlei Auffälligkeiten. Es scheint doch alles in Ordnung zu sein.

Hier stimmte dann auch das Wetter. 22 bis 25 Grad hatten wir meistens, sodass ich jetzt auch endlich die Strandliegen und alles anderes Beachzubehör herausholen konnte. Der Campingplatz hatte einen eigenen Strandabschnitt und da es nicht so voll war, hatten wir fast freie Auswahl, nutzten aber meistens die gleiche Stelle…

Natürlich lagen wir nicht nur faul am Strand. Mehrere Fahrradtouren und ein Besuch im Archäologischen Park von Paestum standen auch auf unserer Aktivitätenliste.

Eine unserer Fahrradtouren führte uns in Richtung Norden und immer am Meer entlang.

Am Ende der Tour machten wir noch einen Stopp in einem urigen Seemannsrestaurant. Da es dort auch eine Außenterrasse mit Meerblick gab, bestellten wir wieder eine Italienische Pizza. Viele Varianten hatten wir bereits auf dieser Reise gegessen - abwechslungsreich und immer lecker.

Bemerkenswert war das Waschbecken auf der Terrasse - insbesondere die vielen Wasserleitungen und Wasseranschlüsse…

Eine andere Radtour führte uns in die Stadt Paestum. Hier spazierten wir aber nur im unteren Stadtteil, zur Oberstadt mit der Fußgängerzone führten nur steile Straßen, darauf hatten wir aber keine Lust.

…und wenn man schon in Paestum ist, dann muss man natürlich auch die griechischen Hinterlassenschaften besichtigen. Das Ausgrabungsgelände war nur wenige Kilometer vom Campingplatz entfernt.

Paestum ist eine der bedeutendsten griechischen Ausgrabungsstätten in Italien und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die antike Stadt liegt in der Region Kampanien am Golf von Salerno.


Ursprünglich um 600 v. Chr. unter dem Namen Poseidonia gegründet, fasziniert der Ort heute vor allem durch drei monumentale, außergewöhnlich gut erhaltene dorische Tempel

Natürlich waren wir auch im benachbarten Museum

Zurück auf dem Campingplatz

Mal was Ernstes.

Ich saß vor ein paar Tagen lesend vor dem WoMo.

Plötzlich gab es einen lauten Knall in meiner allernächsten Umgebung.

Ich schleuderte automatisch meinen Kopf nach rechts in Richtung des Knalls und sehe einen etwa 1m breiten Feuerball. Auf einer Nachbarparzelle brannte ein Wohnmobil.

Ich stehe auf und in dem Moment gibt es weinen weiteren dumpfen Knall. Da steht die gesamte WoMo Garage in Flammen.

In weniger als einer Minute waren 4 Campernachbarn mit ihren kleinen Feuerlöschern da.

Auch Petra brachte mir unseren. Gemeinsam konnten wir noch löschen.

Der Besitzer stand so unter Schock, dass er kleinere Flammen die dennoch immer wieder aufloderten, mit den Händen versuchte zu löschen.

Später erklärte er uns, dass ein Fahrradakku explodiert sei!

Es war sogar ein Markenakku von Bosch mit Originalladegerät. Auch wir laden unsere Akkus bisher in der Garage...

Nach 14 schönen Tagen in Paestum mussten wir langsam wieder die Rückreise beginnen. Paestum verabschiedete uns mit tränenden Augen - und das laut Wettervorhersage für mindestens 3 Tage. Also, nix wie weg.

Das wird sich ändern - auch zu Hause.Das Ehepaar konnte dann 2 Tage in einem der CP Bungalows verbringen.

Sie machten dann erst einmal das Wohnmobil so gut es ging sauber, räumten Angebranntes und Angeschmortes aus. Vom CP konnten sie auch noch einigermaßen passende Matratzen bekommen und sind dann nach Dauerlüften mit wohl ständigen Brandgeruch nach Hause gefahren.

Dieses Rolltreppensystem verbindet den Bahnhof von Siena mit dem Viertel nahe der Porta Camollia. Dieses Rolltreppensystem ist die längste Anlage und besteht aus 9 aufeinanderfolgenden Rolltreppen die einen Höhenunterschied von ca. 62 Metern über eine Strecke von 283 Metern überwinden.

Da wir schon früh auf dem CP auscheckten, hatten wir vor, ohne Unterbrechung die rund 500 Kilometer bis nach Siena zu fahren. Wir wollten nun nach unserem dortigen Katastrophentag noch einen Versuch starten um die riesige und sehenswerte Altstadt zu besichtigen.

Gegen 18 Uhr am Abend kamen wir auch problemlos am Wohnmobilstellplatz an.

Zunächst gab es zwischen den dort bereits stehenden Fahrzeugen nur eine Lücke. Die nutzten wir rasch. Da allerdings quer vor uns ein großer LKW-Anhänger abgestellt war, bestand die Möglichkeit, dass wir am nächsten Tag Probleme beim herausfahren bekommen könnten.

Deshalb nutzten wir am späten Abend eine neu entstandene Lücke und stellten uns um. So brauchte ich dann nur noch geradeaus zu fahren…

Am nächsten Morgen ging es dann endlich in die Altstadt. Diese lag allerdings 62 Meter hoch und es wäre ein sehr beschwerlicher Weg geworden. Aus dem Internet wußte ich aber, dass es ein Rolltreppensystem gab, dass bis nach oben führte. Nur suchen mussten wir es. Aber auch da war das Internet schlau und ich danach auch. Wir mussten nur rund 500 Meter bis zum Bahnhof gehen. Direkt gegenüber gab es ein Einkaufszentrum und dort begannen die Rolltreppen.

Oben angekommen…

Siena gilt als eine der schönsten Städte der Toskana und ganz Italiens. Die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Altstadt ist komplett vom Mittelalter geprägt und versprüht eine einzigartige, romantische Atmosphäre.

Da die Hauptattraktion des Doms der weltweit einzigartige, kunstvoll gestaltete Marmorfußboden ist, werden die typischen hölzernen Kirchenbänke im Hauptschiff (Mittelschiff) während der touristischen Öffnungszeiten meist vollständig entfernt oder an die Seiten geschoben. Dies geschieht, damit Besucher ungehindert die spektakulären 56 Marmor-Intarsienpaneele betrachten können.

Vor der Kathedrale gab es unzählige Stände mit Malern und Zeichnern, die ein Porträt von uns vor dem Dom malen wollten…

Weiter geht es, jetzt in das Herz von Siena,

dem "Piazza del Campo"

Nach diesem schönen Tag - dieses Mal ohne Katastrophen - in Siena gab es eine ruhige Nacht und am nächsten Morgen fuhren wir problemlos zu unserem nächsten Ziel: Como am südlichen Rand der Alpen. Auf dem Hinweg waren wir schon einmal dort, aber nur zur Übernachtung. Jetzt wollten wir uns die Stadt und den Comer See anschauen.

Dazu fuhren wir wieder auf den großen Parkplatz den wir bereits auf dem Hinweg nutzen.

Auf dem Hinweg hatten wir in Siena unseren Katastrophentag

und auf dem Rückweg gab es in Como einen weiteren Katastrophentag.

Bis nach Como waren rund 400 Kilometer zu fahren. Gegen 17 Uhr

kamen wir auf den großen, zentrumsnahen Parkplatz an.

Leider waren dieses Mal alle 5 Wohnmobilstellplätze besetzt. So stellten wir

uns auf einen der äußeren PKW Parkplätze, mit dem Heck über eine

angrenzende Wiese. So behinderten wir niemanden und belegten

nur diese eine Stellfläche. Hubstützen raus und dann noch schnell am Automat, der direkt neben uns stand, ein Ticket bis zum nächsten Tag um 11 Uhr gekauft.

Mitten in der Nacht klopfte es an unseren beiden Türen sowie an der Wohnmobilseitenwand.

Wir dachten dass dies mal wieder Jugendliche sind.

So ignorierten wir und nach rund zwei Minuten war wieder Ruhe.

Weiter schlafen…

Am nächsten Morgen gab es dann die Überraschung:

Ein weißer Zettel klemmte unter einem der Scheibenwischer. Also bin ich um das WoMo gelaufen um an den Zettel heranzukommen.

Zeitgleich wie ich den Scheibenwischer hochnahm, stand ein deutsch sprechender Mann neben mir und sagte: "Das ist ein Knöllchen! Habe ich auch erhalten. Sie haben die Hubstützen ausgefahren, dass kostet 120 Euro. Die werten das als Campingverhalten. Wenn sie aber innerhalb von 5 Tagen nicht bezahlen erhöht sich der Betrag auf 170 Euro.

Da ich keine Lesebrille dabei hatte schaute ich erst gar nicht auf den Zettel. Ich reagierte ein wenig mürrisch und wortkark, nahm den Zettel und bin ins Wohnmobil zurück. Erst dann habe ich mir den Zettel angesehen.

Lang war er…

Es war tatsächlich ein italienisches Knöllchen:                                                              Hier die Übersetzung:

Der QR-Code auf dem Zettel führte mich dann auf eine offizielle Internetseite der Stadt Como. Dort waren sogar 2 Fotos von meinem Vergehen hinterlegt:

Da waren die von uns vermuteten Jugendlichen in der Nacht unschuldig. Auf dem Knöllchen stand eine Uhrzeit von 2:47 Uhr und die Fotos hatten einen ähnlichen Zeitstempel. Da klopften wohl die Kontrolleure… in der Nacht…

Auf der Internetseite konnte man auch gleich bezahlen, allerdings war dort alles nur auf Italienisch geschrieben.


Viele Versuche benötigte ich:

VISA klappte nicht.

MasterCard klappte nicht.

Überweisung per Deutsche Bank klappte nicht.

Aber PayPal funktionierte…

Dennoch ließen wir uns das Frühstück schmecken und machten uns dann gegen 11 Uhr auf den Weg in die City.

Nach ca. 10 Minuten erreichten wir die Stadtmauer der Altstadt und sofort erkannte Petra, dass es dort heute einen Trödel- und Antikmarkt gab. Nicht irgendeinen kleinen, nein, er war riesig und lang und es dauerte…

Wieder nichts gekauft, aber nun endlich durch die Altstadt zum Comer See.

Wir sind dann rund 1,5 Stunden auf der Viale Geno in nördlicher Richtung spazieren gegangen. Dabei gab es immer wieder tolle Blicke auf den See…

Nach diesen schönen Spaziergang sind wir dann auf der

Uferpromenade nahe der Altstadt weitergelaufen.

…und dort muss es passiert sein…!

Kurz vor der Promenade hatte ich noch Petras Digitalkamera in deren Rucksack gelegt.

Am Ende der Promenade sah ich, dass der Rucksack offen war…

Also muss der Diebstahl auf diesen 200 Metern passiert sein.

Wir haben nichts bemerkt.

Wir liefen wie so oft - hinten verknotet - demnach war mein Arm nur wenige Zentimeter vom Rucksack entfernt.

Taschendiebe hatten zugeschlagen!

Hier ist der Reissverschluss vom Rucksack noch zu

Nachdem ich den offenen Reisverschluss gesehen hatte, war mir und uns sofort klar, dass wir bestohlen wurden. Dabei hatten wir noch Glück. Neben der tatsächlich gestohlenen Geldbörse von Petra mit einem 3 stelligen Eurobetrag befanden sich aber auch noch die hochwertige Digitalkamera von Petra und mein noch junges Iphone 16 darin. Beides wollten die Diebe wohl nicht…

Wir ärgerten uns zwar über den Verlust, aber mehr ärgerte uns, dass wir den Diebstahl nicht bemerkt hatten. Nun sind wir vorsichtiger. Inzwischen ist der Reisverschluss mit einer kleinen Kette an einem Karabiner gesichert.

Trotz dieser negativen Erfahrung setzten wir unseren Spaziergang fort und besichtigten auch noch die große Kathedrale von Como.

Nach diesem Kirchenbesuch gingen wir wieder zum Campingplatz zurück. Unser Gespräch auf dem Weg drehte sich natürlich immer wieder um den oder die Taschendiebe, die bei uns erfolgreich gearbeitet hatten…

Am nächsten Morgen ging dann die Rückreise weiter. Ziel war in 270 Kilometer Entfernung Waldshut-Tiengen. Dort wollten wir noch kurz Angelika und Rudi besuchen.

Die Fahrt dorthin war unspektakulär, zeigte uns aber immer wieder schöne Aussichten auf die Schweizer Alpen. Natürlich hatte ich für unsere Durchfahrt online beim zuständigen VIA-Portal das PSVA-Ticket gekauft und unser WoMo registriert. Das war wie immer problemlos und rasch mit dem Notebook erledigt. Ich hatte es auf der Hinreise auch mal mit dem Handy versucht - das war eine Katastrophe…

Gegen 16 Uhr standen wir vor dem Wohnhaus der der Beiden. Wir klingelten, aber niemand öffnete. Dann klingelten wir an verschiedenen Klingeln und rasch hörten wir den Summer von der Türöffnung. Dann rasch vier Etagen hoch gelaufen und unterwegs dem Türöffner kurz erklärt, dass wir Freunde von Angelika und Rudi sind. Auch oben öffnete niemand, sodass ich eine Visitenkarte in den Türschlitz steckte.

Schade - so beschlossen wir, zum nächstgelegenen Wohnmobilstellplatz zu fahren, dort zu übernachten und am nächsten Morgen evtl. noch einmal zur Wohnung zu fahren. Bestimmt meldet sich Angelika noch, wenn sie die Visitenkarte entdeckt. Vielleicht sind sie aber auch mit dem Wohnmobil on Tour…. wir wußten es nicht.

Der Wohnmobilstellplatz in Lauchringen war nur rund 5 Kilometer entfernt - also nix wie hin. Als wir dort ankamen, der Schock. Voll belegt, kein Plätzchen mehr für uns. Furchtbar waren aber die Blicke der Camper, die uns beobachteten - Schadenfreude?

Mitleid? Wir machten sie aber noch sprachlos!

Direkt neben dem Wohnmobilstellplatz befand sich eine große Freifläche, die mit einer Kette verschlossen war. Dahinter in ungefähr 50m Entfernung stand aber ein Wohnmobil - mutterseelend allein.

Und dann erkannten wir, dass es der Concorde von Angelika und Rudi war. Die Garagentüre stand offen, also musste jemand dort sein. Ich drehte unseren Duo und Petra ging über die Straße, direkt auf den Concorde zu. Und dann sah sie Angelika wie sie gerade aus dem WoMo kam. Zuerst stutze sie und dann endlich erkannte sie Petra. Groß war die Freude.

Angelika zeigte Petra wie die Kette geöffnet wird und ich konnte unseren Duo unter den staunenden Augen einiger Camper auf den Platz fahren.

Wie wir später erfuhren, gehörte diese Platz auch der Stadt und kann bei Bedarf kostenpflichtig benutzt werden.

Prima, so hatten wir einen Übernachtungsplatz.

Rudi und Angelika waren dabei, ihren Concorde reisefertig zu machen. Sie wollten in den nächsten Tagen zum Bodensee fahren. Der Concorde steht, wenn sie daheim und nicht in Spanien sind, immer dort, weil zu Hause der Platz fehlt. 300 Euro für 6 Monate - das ist günstig. Die beiden blieben noch ungefähr bis 18 Uhr und verabschiedeten sich, da Rudi so ziemlich erschöpft war. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen nach 10 Uhr. Nachdem sie fort waren bekamen wir nochmals kurz Besuch. Ein Mitarbeiter der Stadt kam und kassierte die Stellplatzgebühr. Dann noch ein wenig fernsehen, Mittagessen am Abend und noch mal fernsehen und ab ins Bett.

Am nächsten Morgen war das sommerliche Wetter fort. Es regnete in strömen und windig war es auch. Kein Wetter für einen weiteren Besuch und wir mussten bis 13 Uhr bei Hymer in Bad Waldsee sein. Das Ersatzteillager hatte nur bis dahin geöffnet und ich hatte per Mail dort eine neue Rückleuchte und einen neuen Küchenwasserhahn bestellt.

Wir waren rechtzeitig dort und erhielten die reservierten Teile.

Danach fuhren wir die wenigen 12  Kilometer bis nach Aulendorf.

Dort befindet sich das Werksgelände vom Hymer Konkurrenten Carthago Reisemobile. Allerdings stellt Carthago allen Wohnmobilisten einen wunderschönen Wohnmobilstellplatz unendgeldlich zur Verfügung. Warum wohl? Klar, Marketing.

Auch wir schauten uns die neuen Carthago Reisemobile an - und siehe da, unser inzwischen 7 Jahre alter Hymer ist gegenüber den neuen Modellen sehr alt…

Auch der direkte Konkurrent zum Hymer Duomobil, der

Carthago Liner for Two

 stand dort… - natürlich mit Hecksitzgruppe

Für den nächsten Tag hatten wir eine Radtour nach Ravensburg geplant. Ravensburg war nur rund 20 Kilometer entfernt und über schöne Radwegstrecken leicht zu erreichen.

Leider kam alles anders.

Am Abend stellte ich fest, dass ich auf dem rechten Ohr plötzlich schlechter hören und verstehen konnte. Auch eine zusätzlich Reinigung der Hörgeräte und neue Batterien brachten keine Besserung. OK, akzeptiert und dann ins Bett.

Am nächsten Morgen wurde ich gegen 9 Uhr in der Frühe wach und bemerkte, dass ich auf dem rechten Ohr nichts mehr hörte. Das rechte Ohr war taub!

Also gegoogelt und festgestellt, dass der nächste HNO-Arzt in Ravensburg war und seine Praxis direkt neben dem Krankenhaus hatte. Nachdem wir auch gelesen hatten, dass dieser Arzt auch Belegbetten im Krankenhaus hat, hatten wir beschlossen, direkt zum Krankenhaus zu radeln.

Ich hatte Glück. Der Arzt war dort anwesend und nach einer Registrierung an der Anmeldung und einer ersten Untersuchung durch einen Allgemeinmediziner wurde ich nach rund 1,5 Stunden Wartezeit behandelt.


Im Laufe des Tages regenerierte sich das rechte Ohr ein wenig, ob dies durch die verschriebenen Medikamente unterstützt wurde, konnte ich nicht erkennen. Später, wieder zu Hause wurde festgestellt, dass dieser erneute Hörsturz zu einer Verschlechterung des Verstehens auf beiden Ohren führte. Neue, leistungsstärkere Hörgeräte wurden verschieben. Die letzte Steigerung der Leistung, mehr ist nicht möglich, danach helfen nur noch Implantate…

Trotz der schlechten Nachricht wollten wir auf die Besichtigung der Altstadt nicht verzichten und radelten die 2 Kilometer bis dorthin.

Leider gab es fast überall in der Altstadt Baustellen, die einen höllischen Lärm machten und uns oftmals nicht vernünftig laufen ließen. Umleitungen, Durchführungen und unebene Wege gab es vielfach. So liefen wir nur rund 30 Minuten durch das Chaos und dann rasch zu unseren Rädern.

Am nächsten Morgen stellte ich fest, dass sich meine Ohren ein wenig regeneriert hatten. Wir fuhren dann weitere rund 300 Kilometer bis nach Erbach. In Erbach übernachteten wir bereits auf unserer Rückreise von Spanien im Februar. Damals hatten wir keine Zeit aber auch keine Lust bei der damaligen Kälte, die Stadt zu erkunden. Das war dieses Mal anders.

Original und Fälschung

Original und Original

Windows XP Standard Hintergrundbild unterwegs…

Am späten Nachmittag kamen wir auf dem Wohnmobilstellplatz an. Diesesmal waren wir nicht alleine dort. Während Petra sich um unser Mittagessen am Abend kümmerte war ich noch ein wenig spazieren gegangen.

So hatte ich schon einmal eine gute Orientierung für den morgigen Spaziergang.

Am nächsten Morgen spazierten wir zuerst durch Erbach. Danach sind wir zum WoMo zurück und sind mit den E-Bikes zum Nachbarort Michelstadt geradelt. Der Altstadtkern soll größer und schöner als in Erbach sein. Also, nix wie hin…

Mitten in der Altstadt standen wir plötzlich vor einer Synagoge. An der Türe hing ein Schild "offen". Also nix wie rein.

Innen wurden wir von einem Rabbiner empfangen der mir sofort eine Kippa gab die ich auch brav aufsetzte.

Alles was der Rabbiner uns zeigte und erklärte, war fremd für uns - aber interessant.

Danach hatten wir uns ein leckeres Eis verdient und sind dann langsam zu unseren Fahrrädern gegangen.

Gegen 15 Uhr waren wir wieder am Wohnmobil und nach rund 30 Minuten waren wir abfahrbereit. Etwa 300 Kilometer waren es noch bis nach Hause, sodass wir gegen 20 Uhr dort ankamen.


Damit war mal wieder eine schöne Reise zu Ende.

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