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Es war am Samstag, der 14. März 2015 beim Frühstück.

Wir besprachen unser Wochenendfreizeitprogramm.

Wir entschlossen, nach Duisburg zum Innenstadtspaziergang zu fahren.


Mir kam dann aber die Idee, dass wir doch auch einen Umweg fahren könnten und in Mühlheim an der Ruhr auf der berühmten „Straße der Wohnmobile“ (Kölner Straße – B1) uns mal ein wenig umzusehen was es an aktuellen Wohnmobilen so gibt.


Die Kölner Straße in Mühlheim ist viele Kilometer lang und es gibt hier rund 15 große und kleinere Wohnmobilhändler.


Wir sprachen bereits häufiger darüber, was wir bei einem neuen Wohnmobil alles anders haben wollten. Da der Joint inzwischen schon über 135000 km gefahren war, wollten wir ihn, bevor die großen und teuren Reparaturen beginnen, verkaufen – aber frühestens in ca. 2 Jahren.

Nachdem wir einige Wohnmobile bei mehreren Händlern besichtigt hatten entschlossen wir uns, nun endlich nach Duisburg zu fahren.


Dabei fuhren wir auch an weiteren Wohnmobilhändlern vorbei.


Und dann passierte es.


Ich sah vom Auto aus einen AlPa stehen. Ich erinnerte mich, erst vor kurzer Zeit einen Bericht über dieses außergewöhnliche Wohnmobil gelesen zu haben.


Wir stoppten und waren rasch im AlPa.


AlPa steht als Abkürzung für „Allein reisende Paare“ – böse Stimmen sagen auch „Alternde Paare“.


Egal, für Petra und mich war das eine Liebe auf dem ersten Blick.


Wir fühlten uns innen auf Anhieb sauwohl. Wir hatten bestimmt eine halbe

Stunde darin verbracht. Alles gefiel uns bestens, besonders die Hecksitzgruppe. Man sitzt gemütlich sehr hoch, hat einen tollen Rundumblick nach draußen

(3 Fenster) und niemand kann von außen hereinsehen, weil die Fenster erst in über 2m Höhe beginnen.

Auch die Längsbetten im Alkoven fanden wir klasse. Es führte eine richtige Treppe hinauf, KEINE Leiter wie in anderen Alkovenfahrzeugen.


Wieder zu Hause schwärmten wir weiter vom AlPa.



Jetzt wollten einen!


Da aber ein neuer AlPa mit unseren Ausstattungswünschen laut Verkäufer frühestens in neuen Jahr lieferbar wäre und wir nicht so lange warten wollten, sollte es nun ein Jahreswagen werden.


Ich durchforstete am Samstag und Sonntag das Internet nach einem solchen Fahrzeug.

Ich habe aber nichts gefunden.


Klar, jeder der so ein neuwertiges tolles Fahrzeug hat, gibt es nicht so einfach wieder her.


Also habe ich bei Mobile unseren AlPa konfiguriert und eine automatische Benachrichtigung aktiviert, die uns darüber informiert, wenn ein solches Fahrzeug neu eingestellt wird.


Die Konfigurationswünsche unseres AlPa war nicht sonderlich außergewöhnlich:


3.0 l Motor mit 177 PS

Fahrerhaus Klimaanlage

Vollautomatische SAT Anlage

Markise

Rückfahrkamera

Alde Warmwasserheizung, aber auch mit Wärmetauscher

Es war Dienstag, der 17. März 2015 gegen 9:05 Uhr


Ich war gerade mit dem Fahrrad im Büro angekommen und meine Computersysteme waren noch am hochfahren.


Da klingelte mein Handy. Eine SMS Benachrichtigung war wohl eingegangen.

Da ich auf den Computer wartete, blickte ich auf das Handy und sah gerade noch, dass es sich um eine Benachrichtigung von Mobile handelte.


Anders als sonst, wo ich meistens nicht sofort reagiere, öffnete ich die Benachrichtigung und las, dass ein AlPa gerade bei Mobile inseriert wurde.


Was ich dann gelesen hatte war unglaublich. Ein AlPa mit unserer Wunschausstattung zu einem Preis, den ich nicht glauben konnte.


Sofort telefonierte ich mit dem Händler.


Er bestätigte mir, dass die Angaben korrekt wären und das Fahrzeug noch zu diesem Preis vorhanden wäre, da er ja auch gerade erst die Anzeige veröffentlicht hätte.


Ich sagte ihm, dass ich den AlPa auch ohne vorherige Besichtigung sofort kaufen würde.


Er antwortete, dass er darauf nicht warten könnte, sondern an denjenigen verkaufen würde, der zuerst den Kaufvertrag unterschreiben würde.


Da war er schon vorbei, der Traum vom neuen AlPa.


Ich sagte dem Händler, dass ich den AlPa unbedingt haben wollte, er solle doch bitte bis heute Nachmittag mit dem Verkauf warten. Ich erklärte ihm, dass ich bis ca. 14:00 Uhr arbeiten und dann noch rund 300 km bis nach Saarbrücken fahren müsste.

Er blieb aber dabei, den AlPa nicht für uns reservieren zu wollen.

Da kam ich auf diese Idee.

Ich meldete mich in der Verwaltung kurzerhand ab, da ich vergessen hatte, dass ich ja meinen freien Montag nächster Woche auf den heutigen Dienstag verlegt hatte.


Also bin ich dann mit Vollgas nach Hause geradelt.


Petra und ihre A-Klasse waren natürlich nicht da.


Petra war einkaufen.

Das kann dauern.

Petra kam nicht.

Petra kann man telefonisch nie erreichen, da sie ihr Handy immer ausgeschaltet hat.


Also begann ich, den Joint fahrbereit zu machen. Lose Gegenstände einräumen, Türen und Schubladen verschließen, Navigation einzurichten und einiges mehr.


Rund 30 Minuten waren vergangen und ich bereitete den Joint für die Fahrt vor.

Ich wäre auch ohne Petra, alleine, mit dem Joint gefahren, um den AlPa zu kaufen.


Die A-Klasse kam. Ich konnte es kaum glauben.

Petra war da.


Ich sagte ihr alles und dass wir sofort losfahren müssten. Sie konnte es nicht glauben.


Wir fuhren den größten Teil der Strecke mit Vollgas. 310 km waren es laut Google bis zur Firma RK-Automobile in Heusweiler bei Saarbrücken. Petra hatte dann während der Fahrt das Inserat zum AlPa gelesen und war genauso überrascht wie ich.


Zwischendurch telefonierte sie mehrmals mit dem Autohaus, gab jeweils unseren Standort sowie die errechnete Ankunftszeit durch und erfuhr gottseidank jedes Mal, dass der AlPa noch nicht verkauft war.


Und dann kamen wir an.

Wir fuhren auf das Firmengelände, sahen den AlPa und bekamen gleich einen Schock.


Da stieg doch gerade lächelnd eine fremde Frau aus, aus unserem AlPa!

Ein Verkäufer folgte ihr.

Hatte sie gerade gekauft?


Wir parkten unsere A-Klasse weiter hinten auf dem Gelände und liefen dann rasch nach vorne zum AlPa.


Die Frau war nicht mehr zu sehen.

Der Verkäufer war da.


Bevor ich mich überhaupt vorstellen konnte fragte ich ihn ob der AlPa schon verkauft wäre.


NEIN sagte er. Der Ehemann der Dame müsste sich zuvor auch noch das Fahrzeug ansehen…


Wir waren überglücklich.


Dann ist er jetzt verkauft, sagte ich!


Der Verkäufer: Wollen Sie sich den Wagen nicht erst einmal ansehen.


Nein, sagte ich, der AlPa ist neuwertig, hat noch Werksgarantie und ich weis wie er von innen aussieht.

Ich möchte zunächst erst den Kaufvertrag unterschreiben, sagte ich nur.


Verwundert ging er mit uns in sein Büro. Auf dem Weg erzählte ich ihm, dass wir die Leute wären, die ihn in den vergangenen 3 Stunden ständig von unterwegs aus angerufen hätten…


So kam es, dass wir ein Wohnmobil gekauft hatten, ohne es uns vorher genau anzusehen.


Wir haben es niemals bereut.


Somit waren wir ab diesem Augenblick Besitzer von zwei Wohnmobilen.


Nach der Unterschrift ging es dann zum AlPa.


Als er die Wohnraumtüre öffnete gab es gleich die erste Frage auf der dann auch prompt die erste Überraschung folgte.


Ich fragte, was sind das denn für Schalter an der Innenseite der Eingangsstufen?


Antwort: Das ist das Bedienpanel für die vollautomatische Hubstützenanlage.


Genial, alles richtig gemacht.


Bei der anschließenden Besichtigung folgte eine Überraschung auf die andere.


Nicht in der Anzeige aufgeführt waren folgende Sonderausstattungen:


-16“ Aluräder

-Unterflur Klimaanlage mit Ausströmer im Heckbereich, der Küche und   Schlafbereich

-Dunstabzugshaube über dem Herd

-Teppichboden überall

-Automatische Hubstützenanlage von E & P

-Die Rundsitzgruppe war in zweifarbigen Leder bezogen

-mit dem gleichen Leder waren auch die Fahrerhaussitze bezogen

-der Innenraum war mit einer Gaswarnanlage für schwere Gase (unten -   Butan/Propan) sowie leichten Gasen (oben – Betäubungs- Narkosegase)   ausgestattet

-Alarmanlage mit Sensoren an allen Türen und außenklappen sowie eine   Innenraumüberwachung und Erschütterungssensoren

-Navigationssystem

-Warmwasserheizung mit Wärmetauscher und Motorvorheizung

-abnehmbare Anhängerkupplung


Aber es fehlte etwas.

Es fehlte die vollautomatische Satellitenanlage mit einem Fernseher.


Egal, kann man nachrüsten.


Nach der Besichtigung trafen wir uns dann noch einmal mit dem Verkäufer und besprachen die Formalitäten zur Abholung.


Dabei gab es die nächsten Überraschungen.


Der Verkäufer erzählte uns, dass er das Fahrzeug im Auftrag der Stadtsparkasse Saarbrücken verkaufe.


Der vorherige Eigentümer war Veranstalter von DMV Motorsport Autorennen sowie Inhaber der Firma UHSport und in Konkurs gegangen. Die Sparkasse wollte nur den geschuldeten Betrag und der Verkäufer seine selbst festgelegte Marge.


Später erfuhren wir von der Sparkasse den geschuldeten Betrag und konnten uns dann die Marge des Käufers selber ausrechnen.


Somit hatten wir einen AlPa gekauft, dessen Preis nicht seinem tatsächlichen Wert entsprach.

Wir hatten über 24.000 Euro unter Wert eingekauft – besser geht es nicht!

Dafür bekommt man locker eine neue SAT-Anlage gekauft und montiert…


Weiterhin erzählte uns der Verkäufer, dass der AlPa in den zwei Jahren nicht als Wohnmobil genutzt wurde.

Das Fahrzeug wurde aufgrund der Hecksitzgruppe nur als Besprechungsraum während der Rennwochenenden benutzt.

Da das Team immer in Hotels gewohnt bzw. übernachtet hatte, sind weder das Bett, noch die Dusche oder die Küche benutzt worden. Alles war neuwertig.


Wahnsinn.

Ausstattung

Leider hat auch der AlPa ein Schwarzes Kapitel.


Viele Probleme bereitete uns seine Technik.

Viel Geld, Ärger, und verlorene Urlaubstage waren der Preis.

Letzendlich wurde aber alles repariert und wir waren jedesmal wieder zufrieden mit diesem tollen Wohnmobil.


1. Der Fiat 3,0 Motor:


Gleich drei Mal kam es aufgrund eines Schadens am Turbolader zum Notlauf. Im Notlauf brachte der Motor keine Leistung mehr und hatte eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 60 km/h.

Ursache waren meist Anbauteile am Turbolader:

- Turbolader Positionsgeber

- Turbolader Luftmengenmesser

- Turbolader Turbinenschaden


Die ersten beiden Reparaturen konnten noch durch Anbauteile relativ preisgünstig (200 - 500 Euro) erfolgen.

Als dann auch noch das Hauptaggregat seinen Geist aufgab, wurde der gesamte Turbolader inkl. aller Anbauteile getauscht. Da waren fast 3000 Euro weg…





2. Der Kühlschrank:


Wie man in div. Internetforen lesen konnte, haben viele Besitzer eines Domitik 8555 Absorberkühlschrankes Probleme mit ihren Geräten.

Bei uns begannen sie nach ca. 2 Jahren. Mit Landstrom und im Gasbetrieb auf dem Stellplatz war alles in Ordnung.

Nur während der Fahrt verweigerte er immer häufiger den Betrieb. Er kühlte auf 12 V nur sporadisch und mit Gas ging gar nichts mehr…


Immer wieder wurden in verschiedenen Werkstätten unterschiedliche Ersatzteile, manchmal auf mehrfach, ausgetauscht. Mal funktionierte er, mal nicht. Das war ein Glücksspiel. Auch hier investierten wir über 1500 Euro nur an Reparaturen, wobei die letzte wohl erfolgreich war.

Wir hatten uns im Sommer 2019 extra noch eine große Dometic-Kompressorkühlbox gekauft, die wir aber nicht benötigten…





3. Die Frischwasserversorgung:


Leider hat Dethleffs dort wohl gespart und die günstigsten und einfachsen Wasserverteiler eingebaut, die es gibt.

Gleich zweimal standen der Zwischenboden und die Garage unter Wasser. Ursache waren jedesmal entweder geplatzte oder gelockerte Schlauchverteiler und Verbinder.

Hier reparierte Dethleffs aber jedesmal auf Kulanz.


Nervig war es aber auf jeden Fall…

Immer wieder kam es auf Stellplätzen oder Campingplätzen zu netten Begegnungen.


Viele Camper hatten schon vom AlPa gehört oder gelesen und nutzten die Gelegenheit,

mal einen von Innen zu sehen oder nach den Schwächen bzw. Vorzügen zu fragen.


So kam es, dass wir immer wieder mal Interessierte nette Menschen im AlPa begrüßen konnten.


Was uns besonders gefiel, war natürlich auch seine stattliche Erscheinung.

Allein schon die Dachreling machte ihn wuchtig und schön.

Was mir besonders nicht gefiel, war der wuchtige Alkoven über dem Fahrerhaus - man kann ja nicht alles haben…

Mit dem AlPa haben wir die bisher weitesten Wohnmobil Reisen unternommen.

Früher als damit gerechnet, mussten wir uns nach einem anderen Wohnmobil umsehen.


Petra hatte mit dem Alkoven ihre Probleme und ich musste mich von der manuellen Kupplung verabschieden.


Da wir aber unbedingt bei diesem tollen Grundriss mit Hecksitzgruppe und dem Schlafzimmer über dem Fahrerhaus bleiben wollten, kam nach langer Sucherei nur das Duomobil in Frage.

Hier in Karlsruhe nahmen wir Abschied und freuten uns auf unser neues Duomobil

Uwe und sein AlPa

Grundriss AlPa

AlPa Wohnraum bei Besichtigung

RK-Automobile in Heusweiler

Und so erwartete uns unser AlPa

Wohnraumeingang mit E&P Anlage

Petra bei der Küchenbesichtigung

Uwe kommt von der Fahrerhausbesichtigung

Es wird auch in die Schränke gesehen

Unser AlPa als DMV-Besprechungsfahrzeug

Der Porsche stört…

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